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Von Frank Vallender
Psychisch Kranken ein Leben nicht im Heim, sondern soweit es geht eigenständiges und selbstbewusstes Leben zu ermöglichen: Das ist seit der Gründung des Bonner Vereins für gemeindenahe Psychiatrie 1981 dessen erklärtes Ziel. Und die Redner aus Politik und Verwaltung stellten dem Verein kürzlich bei der Jubiläumsfeier ein durchweg gutes Zeugnis aus: „Ihr Verein ist ein unverzichtbarer Bestandteil“ bei der Integration psychisch Kranker, sagte beispielsweise Bürgermeister Horst Naaß, der die Angebote des Vereins vorbildlich nannte. Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Barbara Ingenkamp, meinte, „wir feiern heute eine 25-jährige Erfolgsgeschichte“ der Versorgung psychisch kranker Menschen in Bonn. Der Verein habe die drei wichtigsten Aufgaben laut dem Behindertenplan der Stadt hervorragend erfüllt: nämlich zu erreichen, dass die Betroffenen – möglichst – selbstständig wohnen, arbeiten und leben können. Heute beschäftigte der Verein 390 Menschen unter Marktbedingungen, nächstes Jahr sollen 100 neue Arbeitsplätze mit dem Neubau einer weiteren Werkstatt der Gemeinnützigen Werkstätten Bonn GmbH in Beuel hinzukommen. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Wolfgang Pütz, hatte zuvor die rund 300 Gäste zur Feier auf dem Rheinschiff „Wappen von Bonn“ begrüßt: Die Wahl, das Jubiläum auf einem Schiff zu feiern, habe der Verein auch deshalb getroffen, weil „wir nicht immer glatte See in den 25 Jahren hatten“, spielte er auf die Veränderungen und den Kostendruck auf das Sozialwesen an. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Vereins, Martin Lexis, regte in einer Rede dazu an, über das Menschenbild in der Psychiatrie nachzudenken. Der Bonner Verein ist von der Stadt mit der Versorgung psychisch kranker und gefährdeter sowie ehemaliger drogenabhängiger Bonner beauftragt. Um letztere kümmern sich die beiden Tochtergesellschaften Pauke und Pauke Reha. Insgesamt betreut der Verein etwa 1000 Klienten. Finanziell unterstützt wird er unter anderem von der Stadt Bonn, dem Landschaftsverband und der Aktion Mensch. Wer als Betroffener oder Angehöriger Rat sucht, kann sich an den Bonner Verein unter der Rufnummer 0 228/97 53 100 wenden. Siehe auch im Internet unter www.bonner-verein.de.

Jubiläumsfeier: Martin Lexis, Wolfgang Pütz (von links), Gregor Nix und Beate Simons (von rechts) vom Bonner Verein begrüßten die Sozialpolitiker Klaus Großkurth (Mitte) und Barbara Ingenkamp sowie Bürgermeister Horst Naaß auf der „Wappen von Bonn“. Foto: Barbara Frommann
Der Förderverein Pauke e.V. wählte in seiner jüngsten Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Der gemeinnützige Verein zur Förderung der Reintegration ehemals Drogenabhängiger, der in diesem Jahr 10 Jahre alt wurde, wird nunmehr von Wolfgang Pütz als Vorsitzendem geführt.
Weiterhin gehören dem Vorstand mit Dr. Detmar Jobst, Ingeborg Cziudaj, Barbara Ingenkamp, Klaus Großkurth, Sascha Krieger, Volker Jungk und weiteren kooptierten Mitgliedern Sozialpolitiker der größten im Stadtrat vertretenen Parteien sowie Fachleute aus der Sozialarbeit und der Drogenhilfe an.
Die Pauke Bonn GmbH mit ihrem bekannten Kultur-Bistro an der Endenicher Strasse sowie die Pauke Reha GmbH wurden von Pütz als wichtige und bisher überaus erfolgreiche Bausteine der Bonner Drogenhilfe bezeichnet. So werde neben einer medizinischen Rehabilitation derzeit über 50 ehemaligen Suchtabhängigen im Rahmen des städtischen Suchthilfesystems die Möglichkeit zu einer Integration in die Gesellschaft gegeben, indem sie zielorientiert und begleitet auf eine Tätigkeit im Hotel- und Gaststättengewerbe vorbereitet würden. Gleichzeitig versuche man die Reintegration in ein selbständiges Leben durch ein Ambulant Betreutes Wohnen zu forcieren. „Die Tätigkeit der Pauke-Gesellschaften in der Vergangenheit zeigt, dass es bei rund 70 % der Teilnehmer gelingt, eine Vermittlung auf den 1. Arbeitsmarkt zu erreichen. Diese hohe Erfolgsquote spricht einerseits für das abstinenzorientiert fachliche Konzept, andererseits für die Qualität der Mitarbeiter und der angebotenen Leistungen.“, resümierte Pütz.
Die Bonner Drogenhilfe insgesamt und speziell die Arbeit der „GABI“ erhielt gute Noten von allen Sprechern, als es um den Diskussionspunkt „Bonner Loch“ ging. Lösungen für die von Bonnern beklagte Massierung Suchtabhängiger versprach sich die Mitgliederversammlung des Pauke-Fördervereins von den anstehenden Beratungen der städtischen Gremien. Die Mithilfe des Rhein-Sieg-Kreises beim Mengenproblem wurde ebenso angeregt wie die „Entrümpelung“ und die verbesserte Beleuchtung des U-Bahn-Niederganges.
Der Pauke Fördeverein wird sich in diesem Jahr wieder, wie zu jedem 24. Dezember, ganztägig an der Weihnachtsaktion zur Versorgung Nicht-Sesshafter und Suchtabhängiger im Bonner Loch beteiligen.
Der Pauke Förderverein würde sich im Sinne der guten Sache über einen Zuwachs an Mitgliedern und Förderern freuen. Kontaktaufnahme über Pauke Förderverein, Wittelsbacherring 44, 53115 Bonn, Tel.: 6047512

Der frisch gewählte Vorstand des Pauke Fördervereins mit Volker Jungk (1.v. links), Dr. Detmar Jobst (2. v. links), Wolfgang Pütz (4.v.links), Klaus Großkurth (5.v.links), Barbara Ingenkamp(6.v.links) und Ingeborg Cziudaj (9.v.links)